Presse

Fête des Lumières - Lyon 2019

12.12.2019
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Das Wasser umfängt die Men- schen unvermittelt. Wie nach dem Sprung eines Tauchers ins Meer, wenn die Hektik 

der Außenwelt zunächst nur noch als schwaches Geräusch unter die Oberfläche dringt und dann wohltuende Stille einkehrt. Aber auch ähnlich einem gereizten Raubtier, das, wie gerade erst in Venedig, Kulturschätze verschlingt, den Menschen ihre Lebensgrundlage nimmt und deren Provokationen heimzahlt. 

Die beiden gegensätzlichen Betrachtungen sind möglich, wenn Anfang Dezember an vier Abenden der Place des Jacobins in der Innenstadt von Lyon mit Hilfe von Wellen aus Laserlicht „geflutet“ wird. Dann ist wieder „Fête des Lumières“, das Lichterfest, in der Zwei- Flüsse-Stadt an Rhône und Saône. Seit 20 Jahren ist das Festival eine Leistungs- schau für die besten Lichtkünstler der Welt. Aber auch ein großes Volksfest, das inzwischen fast zwei Millionen Besu- cher anzieht. 

„Wasserbilder können ästhetisch ansprechend oder bedrohlich sein“, sagt Sascha Kwasny. „Sie sind Metapher sowohl für Geburt und Erneuerung als auch für Gewalt und sogar Tod.“ Kwasny ist stell- vertretender Geschäftsführer von Tarm Showlaser aus Bochum. Das Unternehmen setzt Konzerte bekannter Popstars oder sportliche Großveranstaltungen spektakulär in Szene. Mit ihrer Lichtshow „Wasserleuchten“ sind die Spezialisten zum zweiten Mal nach 2018 bei der „Fête des Lumières“ vertreten. 

Anfangs war Licht für Lyon ein Mittel, um buchstäblich aus dem Schatten zu treten. „Wenn man Paris die Stadt des Lichts nennt, dann ist Lyon heute die Stadt der Lichter“, erzählt Thierry Mar- sick gerne. Der Direktor für Stadtbeleuchtung stammt aus Lyon und erinnert sich noch an eine nach Einbruch der Dunkelheit oft unwirtliche Stadt, die selbst den Bewohnern manchmal unheimlich war. Ganz zu schweigen von Besu- chern, die es noch heute oft nicht darauf anlegen, in der drittgrößten Stadt Frankreichs Station zu machen: Paris ist ein Ort der Sehnsucht, Marseille und Nizza haben das Meer. Von Lyon kennt man die berüchtigten Staus auf dem Weg Ricttung Süden und den Blick von der Autobahn auf die Industrieschlote am Stadtrand. 

Das Bild hatte auch Sascha Kwasny im Kopf, ehe er im vergangenen Dezember erstmals einen Fuß in die Stadt setzte und im April begeistert mit der Familie zurückkehrte. Lyon besticht mit einem 2000 Jahre alten Kulturerbe, in das sich zeitgenössische Arbeiten von Architek- ten wie Renzo Piano, Jean Nouvel und Santiago Calatrava einfügen.

Wenn sich die Nacht über Lyon senkt, setzen rund 20 000 LEDs mehr als 350 Plätze in Szene. Die Basilika Notre-Dame de Fourvière auf dem Hü- gel über der Stadt. Die Place Bellecour mit seinen vornehmen Bürgerhäusern. Das an eine Kristallwolke aus Glas, Beton und Edelstahl erinnernde Musée des Confluences am Zusammenfluss von Rhône und Saône. Die Brücken über die beiden Flüsse und ihre Uferpromena- den. Kleine Lichtkegel lenken die Auf- merksamkeit der Flaneure hier auf eine kleine Freske und dort auf ein Wandbild, das tagsüber womöglich unentdeckt blieb. Auf der Fassade der Stadt- bibliothek sind unter anderem Auszüge aus dem Werk der für ihre Zeit außergewöhnlich emanzipierten Lyrikerin Louise Labé aus dem 16. Jahrhundert zu lesen. Rainer Maria Rilke hat ihre Sonette einst ins Deutsche übertragen. 

Marsick, der Direktor für Stadtbeleuchtung, reist inzwischen um die Welt und bringt anderen Städten die Erleuch- tung. Ho-Tschi-Minh-Stadt in Vietnam, Sankt Petersburg mit seiner Eremitage, aber auch Leipzig und Frankfurt am Main. 

Zu Hause in Lyon wird dann einmal im Jahr der Stadtpark Tête d’Or zum feenhaft beleuchteten Märchenwald. Auf der Saône werden zum diesjährigen Lichterfest 20 000 schwimmende Ker- zen ausgesetzt. Auf dem Portal der Kathedrale Saint-Jean erzählt eine Lasershow die Schöpfungsgeschichte. Riesen haft projizierte Wolkenfänger machen sich unterhalb der Basilika an die Arbeit, um Blumenwiesen virtuell zu bewässern. 

Die Entstehung der Erde und die Not-wendigkeit, sie zu schützen, sind diesmal zentrale Themen. Weshalb mancher Kritiker den Lichtspielen selbst den Stecker ziehen möchte. Die Organisatoren versichern, sie würden Künstlern den Vorzug geben, die energiesparend arbeiten. „Lasertechnik ist inzwischen extrem effizient“, bestätigt Kwasny. „Ein 30-Watt- Laserlicht zieht weniger Strom als ein haushaltsüblicher Föhn.“ 

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