Presse

Wirtschaftswelt - Geistesblitze von Weltniveau

07.12.2014
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Bericht vom 07.12.2014 in der Welt am Sonntag.

Rot-Weiße Reifen aus Licht tanzen in hohen Wasserfontänen, Blütenmotive in Weiß und Grün, flackern auf und vergehen in der Nachtschwärze. Schließlich steigen riesige Säulen in Gelb und Orange auf: Szenen aus der Show „Carribean Summer“, die vier Sommerwochen lang an jedem Abend die Besucher der „Autostadt“ in Wolfsburg begeisterte. Die alljährlich mit neuem Thema wiederkehrenden leuchtenden Geistesblitze aus Laserstrahlen stammen aus der Ideenküche der Bochumer tarm Showlaser GmbH.

Wer das Unternehmen zu den Weltmarktführern in Sachen Lasershows zählt, liegt keineswegs falsch. Lediglich „eine Handvoll Konkurrenten weltweit“ sieht Inhaber und Geschäftsführer Ralf Lottig „technisch auf Augenhöhe“. Und der Wolfsburger Autokonzern, der sich und seinen Kunden jedes Jahr eine gigantische Lasershow für weit über 500.000 Besucher spendiert, stand sogar Pate beim Start des Bochumer Partner- Unternehmens: „Die Show zur 50-Jahr-Feier von VW war unser erster Großauftrag“, erinnert sich Lottig. Noch als angehender Abiturient hatte Ralf Lottig erstmals eine Laser-Show erlebt – damals noch in einer ersten Groß-Disco, später im Bochumer „tarm-Center“. Die Disco hatte aber außer der Lichttechnik und dem Namen nichts weiter gemein mit der Ideenschmiede, zu der Lottig nach dem Abitur stieß: „Technische Akustik Rüdiger Müller“ hieß die Firma damals 1988, abgekürzt also ebenfalls „tarm“. Es ging zunächst um professionelle Tonübertragung, um Lautsprecheranlagen für Diskotheken und andere Großbauten. Licht war ein Nebenprodukt, aber Nachwuchskraft Lottig übte sich als „Lichtjockey“, besuchte die USA und fing dort beim Studium neuer Lasertechniken buchstäblich Feuer.

Ein erster Blick auf die Referenzen der heutigen tarm Showlaser GmbH verdeutlicht, welch weiten Weg das Unternehmen seit jenen frühen Tagen zurückgelegt hat. Es gab exklusive Veranstaltungen wie eine private Geburtstagsfeier im Münchner Raum, bei der 100 Gäste einen Privatauftritt von Elton John erlebten, illuminiert durch tarm-Ideen aus Bochum. Es gab große Autopräsentationen von VW und Audi, Porsche, BMW und Mercedes Benz, Lichtershows für Lena Meyer-Landrut, Robbie Williams oder Pink Floyd. Tarm leuchtete Events der Messe „boot“ in Düsseldorf aus, blitzte für den deutschen und den rumänischen Fußball-Bund, beim Klitschko-Boxkampf in Düsseldorf oder im Phantasialand Brühl. Die multimedialen Inszenierungen aus Bochum begeisterten die Besucher von Eröffnungs- und Schlussfeiern bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und 2010 in Vancouver. Die bereits fertige tarm-Olympia-Show in London 2012 fiel lediglich einer Programmkürzung in letzter Minute zum Opfer, aber auch die Paralympics 2006 in Turin und die Commonwealth Games 2010 in Indiens Hauptstadt Delhi wurden mit elektronisch gesteuerten Lichterspielen aus Bochum illuminiert. „Delhi war in jeder Hinsicht besonders“, erinnert sich Ralf Lottig bis heute. Wie üblich, hatte sein Unternehmen sich rechtzeitig um eine Mitwirkung beworben. „Dann hörten wir über Monate nichts mehr. Erst zwei Tage vor der Eröffnung der Spiele erhielten wir den verbindlichen Auftrag, die Show für die Abschlussfeier zu entwickeln.“ Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit: Schließlich wird für eine Lasershow zunächst das Umfeld erkundet, die Programmidee, dann die Begleitmusik. Erst danach ist klar, welche Technik aus dem riesigen Fundus im eigenen Keller auf den Weg gebracht werden muss, wie viele Programmierer und Techniker gebraucht werden – und welche Bilder die Laser schließlich erzeugen sollen. Gerade der Eilauftrag aus Indien aber zeigte, wie flexibel ein kleines Kreativ-Unternehmen mit lediglich vier Köpfen in der Stamm-Belegschaft und einer ausgesuchten Mannschaft aus „Freien“ im Hintergrund reagieren kann. Tatsächlich waren innerhalb von zwei Tagen die notwendigen sechs Fachleute mit Visa und Flugtickets ausgerüstet, und mehr als acht Tonnen Show-Elektronik wurden per Luftfracht verladen. Drei Stunden nach der Landung, noch während der ersten Besichtigung des Stadions, konnte tarm-Chef Lottig in Delhi die Container mit seiner Technik in Empfang nehmen. Delhi, nur zur Vervollständigung der Information, wurde ein weiteres Erfolgserlebnis für die tarm-Leute. Was aber eigentlich hält ein Unternehmen, das derart global unterwegs ist, an einem Standort, der Bochum heißt? „Weil ich hier lebe, gern lebe“ – so lautet die erste verblüffende Antwort des Chefs. Der Firmensitz, eine einstige Krupp-Villa am Stadtrand zu Herne, bietet repräsentative und ruhige Arbeits- und Besprechungsräume, der gigantische Keller fasst sämtliche Technik des Unternehmens. „Und die Miete ist überschaubar, kein Vergleich zu Düsseldorf, München oder Berlin. Da wir weltweit arbeiten, brauchen wir kurze Wege zu einem nahen Flughafen – und da sind wir mit dem Autobahnnetz an der Ruhr und dem Flughafen Düsseldorf sehr gut versorgt. Schließlich finden wir rund um unseren Standort immer ausreichend viele Kreative, mit denen wir Neues entwickeln können“, bilanziert Ralf Lottig. Ein wahrhaft gewichtiges, leuchtendes Plädoyer für den Kreativstandort Bochum an der Ruhr.

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